Warum blättert die Farbe im Altbau ab und was kann man dagegen tun?

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Farbe blättert im Altbau meist durch Feuchtigkeit im Mauerwerk, ungeeignete Untergründe oder falsche Farbwahl ab. Alte Gebäude haben oft keine moderne Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit, was zu dauerhaften Problemen mit der Wandoberfläche führt.

Auch alte Farbschichten, Kleisterreste von früheren Tapeten oder unverträgliche Farbkombinationen können das Abblättern verursachen. 

Das Problem ist nicht nur optisch störend, sondern kann auch auf tiefere Schäden an der Bausubstanz hinweisen. Ein erfahrener Maler Wien kann die genaue Ursache feststellen und eine dauerhafte Lösung anbieten. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Farbe im Altbau abblättert und wie Sie das Problem nachhaltig beheben können.

Welche Ursachen führen zum Abblättern der Farbe?

Die häufigste Ursache für abblätternde Farbe im Altbau ist Feuchtigkeit, die aus dem Mauerwerk in die Wandoberfläche dringt. In alten Gebäuden fehlt oft eine wirksame Horizontalsperre gegen aufsteigende Bodenfeuchtigkeit, sodass Wasser kapillar in den Wänden aufsteigt. 

Diese Feuchtigkeit verhindert, dass die Farbe richtig am Untergrund haftet, und führt mit der Zeit zum Ablösen. Auch undichte Dächer, defekte Regenrinnen oder fehlerhafte Fensterabdichtungen können Feuchtigkeit ins Mauerwerk bringen. Neben Feuchtigkeit spielen aber auch andere Faktoren eine wichtige Rolle, die viele Hausbesitzer nicht kennen.

Die häufigsten Ursachen im Überblick:

  • Aufsteigende Feuchtigkeit – Fehlende Horizontalsperre lässt Bodenfeuchtigkeit ins Mauerwerk steigen.
  • Kondenswasser – Schlechte Belüftung und kalte Wände führen zu Feuchtigkeitsbildung.
  • Alte Kleisterreste – Rückstände von früheren Tapeten verhindern die Haftung neuer Farbe.
  • Unverträgliche Farbschichten – Dispersionsfarbe auf alter Leimfarbe oder Kalkfarbe haftet nicht.
  • Salzausblühungen – Mineralische Ablagerungen zerstören die Farbschicht von unten.
  • Falsche Grundierung – Fehlende oder ungeeignete Grundierung auf saugenden Untergründen.
  • Zu schnelles Trocknen – Starke Sonneneinstrahlung oder Zugluft beim Streichen.

Wie erkenne ich die genaue Ursache?

Die Art des Schadensbildes verrät oft, welche Ursache hinter dem abblätternden Anstrich steckt. Wenn die Farbe großflächig in Blasen aufwirft und sich vom Untergrund löst, ist fast immer Feuchtigkeit im Spiel.

Gelbliche oder bräunliche Verfärbungen zusammen mit dem Abblättern deuten auf Wassereinwirkung von außen hin, etwa durch ein undichtes Dach oder defekte Rohrleitungen. Weiße, kristalline Ablagerungen an der Wand sind ein Zeichen für Salzausblühungen, die durch verdunstende Feuchtigkeit entstehen. 

Blättert die Farbe dagegen nur an einzelnen Stellen und in kleinen Schuppen ab, liegt das Problem oft an der Unverträglichkeit verschiedener Farbschichten oder an mangelhafter Vorbereitung des Untergrunds. Die Bundesinnung der Maler und Tapezierer bietet hilfreiche Informationen zu Schadensbildern und deren Behebung.

SchadensbildWahrscheinliche UrsacheDringlichkeit
Großflächige BlasenbildungFeuchtigkeit im MauerwerkHoch
Gelbliche Flecken mit AbblätternWasserschaden von außenHoch
Weiße kristalline AblagerungenSalzausblühungenMittel bis hoch
Kleinflächiges AbschuppenUnverträgliche FarbschichtenMittel
Farbe löst sich in StreifenAlte Kleisterreste darunterMittel
Risse mit abblätternden KantenPutzschäden oder SetzrisseHoch

Wie kann ich das Problem selbst beheben?

Bevor Sie neu streichen, müssen Sie unbedingt die Ursache beseitigen, sonst kehrt das Problem schnell zurück. Bei Feuchtigkeitsproblemen hilft ein neuer Anstrich nur kurzfristig, wenn das Wasser weiterhin ins Mauerwerk eindringt. Kleinere Probleme wie alte Kleisterreste oder unverträgliche Farbschichten können Sie jedoch selbst lösen.

Entfernen Sie zunächst alle losen Farbschichten gründlich mit einem Spachtel oder einer Drahtbürste. Waschen Sie den Untergrund mit Wasser und gegebenenfalls einem Anlauger ab, um Fett und Schmutz zu entfernen. 

Bei Verdacht auf alte Leimfarbe können Sie einen einfachen Test machen: Reiben Sie mit einem feuchten Schwamm über die Wand. Wenn sich die Farbe ablöst oder schmiert, handelt es sich um Leimfarbe, die komplett entfernt werden muss.

Nach der Reinigung tragen Sie eine geeignete Grundierung auf und warten die vollständige Trocknung ab, bevor Sie mit der neuen Farbe beginnen.

Wann ist eine professionelle Sanierung notwendig?

Bei anhaltenden Feuchtigkeitsproblemen, Schimmelbefall oder großflächigen Schäden sollten Sie unbedingt einen Fachmann hinzuziehen. Die Ursachenforschung erfordert oft spezielle Messgeräte und Erfahrung, die über das normale Heimwerker-Wissen hinausgehen. Ein Feuchtigkeitsproblem, das nicht an der Wurzel gepackt wird, führt nicht nur zu immer wiederkehrenden Malerarbeiten, sondern kann auch die Bausubstanz nachhaltig schädigen. 

Besonders wenn Sie Schimmel an den Wänden entdecken, ist schnelles Handeln wichtig, denn Schimmelbildung in der Wohnung stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar und erfordert eine fachgerechte Behandlung.

Professionelle Maler und Sanierungsbetriebe können nicht nur die Oberfläche wiederherstellen, sondern auch langfristige Lösungen wie Sperrputze, Sanierputze oder Abdichtungsmaßnahmen empfehlen. Die Investition in eine gründliche Sanierung spart langfristig Geld und schützt den Wert Ihrer Immobilie.

Welche Farben eignen sich für problematische Altbauwände?

Für Altbauwände mit Feuchtigkeitsproblemen eignen sich atmungsaktive Farben wie Silikatfarbe oder Kalkfarbe am besten. Diese mineralischen Farben lassen Feuchtigkeit aus der Wand entweichen, anstatt sie einzuschließen wie viele moderne Dispersionsfarben.

Silikatfarben verbinden sich chemisch mit dem mineralischen Untergrund und bilden eine extrem haltbare, diffusionsoffene Oberfläche. Kalkfarben haben zusätzlich eine natürliche antibakterielle Wirkung und werden seit Jahrhunderten erfolgreich in alten Gebäuden eingesetzt. 

Für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Badezimmer oder Küchen gibt es spezielle Feuchtraumfarben mit Schimmelschutz. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie die neue Farbe auf den vorhandenen Untergrund abstimmen und keine unverträglichen Schichten übereinander auftragen.

Ein Fachmann kann Ihnen helfen, die richtige Farbe für Ihre spezifische Situation zu finden und so ein dauerhaft schönes Ergebnis zu erzielen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich abblätternde Farbe einfach überstreichen?

Nein, Sie müssen zuerst alle losen Farbschichten entfernen und die Ursache beheben, sonst blättert auch der neue Anstrich ab.

Wie erkenne ich, ob Feuchtigkeit die Ursache ist?

Typische Anzeichen sind Blasenbildung, dunkle Flecken, muffiger Geruch oder weiße Salzausblühungen an der Wand.

Was ist der Unterschied zwischen Leimfarbe und Dispersionsfarbe?

Leimfarbe ist wasserlöslich und nicht überstreichbar, Dispersionsfarbe haftet nicht darauf und blättert ab.

Muss ich bei Schimmelbefall einen Profi rufen?

Ja, bei großflächigem Schimmel sollten Sie einen Fachmann beauftragen, da Schimmel gesundheitsschädlich ist und fachgerecht entfernt werden muss.

Wie teuer ist eine professionelle Sanierung?

Je nach Umfang und Ursache zwischen 20 und 50 Euro pro Quadratmeter, bei Feuchtigkeitssanierung auch deutlich mehr.

Kann ich Silikatfarbe auf alte Dispersionsfarbe streichen?

Nur bedingt, da Silikatfarbe einen mineralischen Untergrund braucht. Die alte Dispersionsfarbe muss oft entfernt werden.

Wie verhindere ich, dass die Farbe erneut abblättert?

Beheben Sie zuerst die Ursache, verwenden Sie die richtige Grundierung und wählen Sie eine zum Untergrund passende, atmungsaktive Farbe.

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